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Um die virtuellen Maschinen in das Unternehmensnetzwerk zu integrieren, wird natürlich mindestens eine Netzwerkanbindung benötigt. Hyper-V stellt dafür einen virtuellen Switch (Virtual Network Switch) zur Verfügung, über den die gesamte Netzwerkkommunikation zwischen physikalischen Netzwerken und virtuellen Hosts bzw. auch die Kommunikation der virtuellen Hosts untereinander abgewickelt wird.

Ben Armstrong hat dies in seinem Blog sehr schön verdeutlicht, weshalb ich mir erlaubt habe die Zeichnungen auf deutsch nachzuahmen.

Stellen Sie sich einen neuen Windows Server 2008 (R2) mit einem einzelnen Netzwerkadapter vor. Dann wird Ihnen in den Netzwerkverbindungen dieses bekannte Bild angezeigt:

host_netzwerkverbindungen_single

Die Netzwerkkommunikation findet dann in den folgenden Ebenen statt:

Virtual_Network_Basic

 

Wird nun die Hyper-V Rolle installiert und ein neues virtuelles Netzwerk konfiguriert, sieht das ganze so aus:

 

Virtual_Network_mit_Child

 

Wenn mehrere physikalische Netzwerkkarten vorhanden sind, werden diese nicht sofort mit Installation der Hyper-V Rolle an den virtuellen Netzwerkswitch angebunden. Erst wenn die physikalische Netzwerkkarte auch einem externen Netzwerk zugeordnet wird, wird der virtuelle Netzwerkswitch verwendet. Dies hat den Vorteil das die Performance nicht durch unbenutzte Ebenen belastet wird, hat allerdings den Nachteil das bei Zuweisung einer neuen externen Verbindung diese kurz unterbrochen wird um den virtuellen Switch zu starten. 

 

Konfiguration von virtuellen Netzwerken

Es gibt drei Varianten, zwischen denen man auswählen kann:

  • Extern
    Hier findet eine Bindung an eine physikalische Netzwerkkarte statt. Die virtuellen Maschinen die an dieses Netzwerk angeschlossen werden, erhalten direkten Zugriff auf das entsprechende Netzwerksegment das physisch an diese Netzwerkkarte angeschlossen ist. Gleichzeitig ist es möglich zu wählen, ob diese Verbindung auch für den Host verfügbar sein soll (standardmäßig aktiviert). Über diese Funktion kann eine dedizierte Netzwerkverbindung für VMs geschaltet werden.
  • Intern
    In dieser Konfiguration kann eine Kommunikation zwischen dem Host und allen an dieses virtuelle Netzwerk angebundenen VM's erfolgen. Es besteht kein Zugriff auf eine physikalische Netzwerkkarte.
  • Privat
    Bietet eine ausschließliche Kommunikation zwischen den virtuellen Maschinen, die an dieses Netzwerk angeschlossen sind. Eine Verbindung zum Host ist über dieses Netzwerk nicht möglich.

Im Hyper-V Manager werden dann im Konfigurationsmenü für die virtuellen Netzwerke auf der linken Seite die bereits konfigurierten virtuellen Netzwerke und auf der rechten Seite die Einstellungen für das jeweils ausgewählte Netzwerk angezeigt:

virtuelles_netzwerk_extern

 

Die Konfiguration der virtuellen Netzwerke im Hyper-V Manager spiegelt sich dann auch in den Netzwerkverbindungen auf dem Host wieder:

host_netzwerkverbindungen

 

Wir können nun die Netzwerkverbindungen mit den Einstellungen aus dem Hyper-V Manager vergleichen (siehe oberen Screenshot).

LAN-Verbindung = physikalische Netzwerkverbindung des Hosts, wird genutzt für externes Netzwerk "Company LAN"

LAN-Verbindung 2 = deaktivierte physikalische Netzwerkverbindung des Hosts. Dadurch auch nicht Basis für ein externes Netzwerk nutzbar.

LAN-Verbindung 4 = virtuelles externes Netzwerk "Company LAN"

LAN-Verbindung 5 & 6 = virtuelles internes Netzwerk

Ein privates Netzwerk wird entsprechend seiner Art natürlich erst garnicht in den Netzwerkverbindungen angezeigt.

 

Was muss man nun aber dabei beachten?

Die physikalische Netzwerkverbindung "LAN-Verbindung" wird in meinem Beispiel als Basis für das externe Netzwerk "Company LAN" verwendet. Der Host nutzt in diesem Fall diese Netzwerkverbindung mit und benötigt daher auch eine IP Adresse für das angebundene Netzwerksegment. Die Konfiguration dieser IP Adresse findet allerdings wie sonst üblich auf der physikalischen Netzwerkverbindung, sondern auf der virtuellen Verbindung "LAN-Verbindung 4" statt.

Den Unterschied erkennt man auch in der Konfiguration der beiden Adapter:

netzwerkverbindung_host_physikalisch netzwerkverbindung_host_extern

 

Wird eine bereits für den Host konfigurierte physikalische Netzwerkkarte als neues externes Netzwerk konfiguriert, wird die Konfiguration auf die neue virtuelle Netzwerkverbindung übertragen. Es kommt dabei aber zu einem kurzen Ausfall der Netzwerkverbindung, was man meistens durch den kurzen Abbruch einer Remotedesktop Sitzung bemerkt...

Wird die gemeinsame Verwendung der Netzwerkverbindung deaktiviert, wird die gesamte bestehende Konfiguration der Netzwerkverbindung entfernt und ausschließlich das Protokoll für den virtuellen Switch auf der physikalischen Netzwerkverbindung aktiviert. Durch die Verhinderung der gemeinsamen Nutzung, erscheint natürlich auch keine zusätzliche virtuelle Netzwerkverbindung.

 

 

http://blogs.msdn.com/virtual_pc_guy/archive/2008/01/08/understanding-networking-with-hyper-v.aspx

http://technet.microsoft.com/de-de/library/cc732197(WS.10).aspx

http://blogs.technet.com/winserverperformance/archive/2010/02/02/increase-vmbus-buffer-sizes-to-increase-network-throughput-to-guest-vms.aspx